An einem Sonntag Abend...
Gute Nacht!
In der Spektrum 5/06 wird ein Test beschrieben, in der einer Person mit split-brain Bilder seines Ebenbildes bzw. sein Ebenbild in verschiedenen Stufen gemorpht mit einer anderen ihm bekannten Person X gezeigt werden. Er wird gefragt 'Bin das ich?' in einer späteren Runde wird er gefragt 'Ist das X?'. Anhand der Hirnaktivitäten welche dabei auftreten, soll ein Hinweis indentifiziert werden, welches eine Aussage darüber zuläßt ob das Gehirn die Selbstwahrnehmung als Spezialfall oder allgemeinen Fall behandelt. Als Spezialfall würden bei Selbsterkennung andere Hirnregionen aktiviert werden als beim erkennen einer anderen Person.
Was wenn dieser Mensch noch nie in seinem Leben einen Spiegel genutzt hat, auch nicht sein Ebenbild im klaren Wasser gesehen hat? Der Test ergab tatsächlich die Aktivierung anderer Hirnregionen bei Selbsterkennung. Ist dies tatsächlich eine Folge des Erkennens seiner Selbst oder ist es die Folge anderer Vorgänge? Sehen wir uns selbst benötigen wir ein Hilfsmittel (vom Spezialfall des Zwillings abgesehen) wie die Wasseroberfläche, den Spiegel, eine Kamera und Bildschirm... Der Prozess des Sehens und der damit verbundenen Bildverabreitung sollte ein anderer sein, einer der unter anderem unser Symboldenken einbezieht (Spektrum 4/06). Ist es daher nicht plausibel anzunehmen, dass beim Abruf der Erinnerung an das eigene Abbild nun auch andere Hirnregionen aktiv werden, jedoch nicht bedingt durch das Konstrukt ICH sondern durch eben diese anderen Verarbeitungsprozesse.
Die nächste Frage die sich konsequenter Weise stellt, ist die Frage nach der Abhängigkeit unserer Selbstwahrnehmung von unserem kulturellen Fortschritt (Stichpunkt - Zunahme der Intelligenz im Laufe der industriellen Revolution? Spektrum ??). Wann erkennt der Mensch sich selbst? Muss er sich dazu selbst wahrnehmen?